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Unser diesjähriger Sommerurlaub hatte viele erste Male. Zum ersten Mal drei Wochen Urlaub am Stück. Zum ersten Mal Ferien im Wohnmobil. Zum ersten Mal England für Emmi. Zum ersten Mal Wellenreiten. Zum ersten Mal Campingplätze anfahren, ohne sie im Vorhinein zu buchen. Zum ersten Mal mal in Cornwall sein. Und ganz bestimmt nicht zum letzen Mal!

Ich werd ganz wehmütig, wenn ich diese Zeilen schreibe, denn wir haben uns in Cornwall verliebt, in die unglaublich schöne Umgebung und nicht zuletzt in die Menschen dort, die uns mit ihrer ehrlichen Warmherzigkeit und Gelassenheit nachhaltig beeindruckt haben. Bereits bei meinen Aufenthalten in London oder Irland ist mir aufgefallen, dass die Mentalität der Menschen eine ganz andere ist. Freundlich, geduldig und ehrlich - und das auf einer so gar nicht oberflächlichen Ebene! Auch in Situationen, die Stress hervorrufen könnten, wie an der vollen Kasse im Lebensmittelshop (der Name des Supermarktes WAITrose ist Programm ;-) oder in einem überfüllten Restaurant, sind die Briten relaxed und vielleicht auch noch für ein trockenes Späßchen aufgelegt. Ein unglaublicher, augenscheinlicher Unterschied zu Österreich oder Deutschland. Da kann man sich wirklich eine Scheibe abschneiden.

Unsere Route hat uns von Oberösterreich in den Allgäu über einen Zwischenstopp bei Freuden in der Schweiz nach Calais und schließlich mit der Fähre nach Dover gebracht, wo unser Südengland-Roadtrip seinen Anfang genommen hat.










Bestritten haben wir die ca. 4000km lange Reise mit dem teilintegrierten Wohnmobil T339 von Carado. Ein mobiles Zuhause, das für uns vier nicht besser hätte passen können. Ein Doppelhubbett für die Kinder zum Runterklappen, eine Eckküche mit großem Kühlschrank, ein separates Schlafzimmer mit Queensizebett, ein großes WC und eine überraschend geräumige Dusche. Und das alles in sehr geschmackvoller Optik, schnörkellos und bis ins allerkleinste Detail komplett durchdacht. Wir waren selbst oft überrascht, wie praktikabel dieses Modell ist, wenn wir wiedereinmal eine technische Finesse entdeckt haben :-) Auch die Gesamtlänge und -höhe des Fahrzeugs war mit knapp 7 und 2,9 Metern ideal - groß genug, um sich wohl zu fühlen und klein genug, um auch in Städten oder engen Straßen (von denen es ja in Cornwall ziemlich viele gibt) ohne Probleme durchzukommen.

Autofahren auf Cornwalls Straßen in einem Bild festgehalten ;-)


Die Route - quer durch Südengland nach Cornwall und wieder retour


Die Fähre unbedingt am Tag nehmen! Eine so schöne Strecke!

Die wunderschönen Kreidefelsen von der Fähre aus  - da steigt die Vorfreude!

Das Dover Castle - undbedingt ein paar Stunden für den Besuch einplanen!

Irgendwo zwischen Folkstone und Rye. Es lohnt sich, öfter mal den Routenplaner auszuschalten und einfach Richtung Meer abzubiegen. Das hat uns an tolle, verlassene Strände gebracht!

Irgendwo im Nirgendwo - und das erste Mal Ebbe erlebt.

Wir sind gegen 19 Uhr in Calais angekommen und haben uns die Tickets für die Fähre direkt vor Ort für den nächsten Tag gekauft. Wenn wir via Internet gebucht hätten, wäre die Überfahrt in diesem Fall teurer gewesen. Wir haben die Nacht am Parkplatz direkt am Hafen nebst vielen anderen Campern verbracht. Um 9 Uhr sind wir dann Richtung Dover aufgebrochen, wo wir nach knapp 1 1/2 Stunden ankamen. Die Überfahrt mit der Fähre ist schon alleine wegen der wunderbaren Küstenlandschaft um Dover und ihren Kreidefelsen zu empfehlen.
Runter vom Schiff ging's für uns gleich ins Dover Castle, das wir sehr empfehlen können! Die Geschichte ist toll aufbereitet, es gab teilweise sogar Schauspieler, die Szenen nachspielten und Museumsführer, die einen von selbst ansprachen und interessante Anekdoten erzählten.



Am Strand beim Campingplatz. Das sollte unser erster und letzter Regentag in Südengland werden ♥

Von dort fuhren wir über Rye und Hastings nach Pevensey, wo wir im Bay View Park unsere erste Nacht am Campingplatz verbrachten. Das Städtchen Rye wäre einen Zwischenstopp Wert gewesen. Da es aber an diesem Tag noch ziemlich regnerisch wurde (übrigens hat es in den drei Wochen nur zweimal geregnet), haben wir den schönen Ort nur kurz vom Auto aus genossen und uns fürs Weiterfahren entschieden. Den Rest des Tages haben wir im Bay View Park mit einem Strandspaziergang im Regen und Nebel (das war wunderschön!) und Brettspielen verbracht.



Eastbourne - ein alter Badeort mit einer wunderschönen Pier

Beachy Head - ein Highlight auf den Weg nach Cornwall








Traumhaft schön und gar nicht überlaufen - die Seven Sisters

Den darauffolgenden Tag haben wir nicht viele Kilometer gemacht, sondern uns Estbourne (die alte Pier ist ein Traum!) angesehen und Fish and Chips (es blieb bei dem einen Mal - zu viel und zu fettig) gegessen. Am Nachmittag machten wir uns dann auf zum Beachy Head (wunderwunderwunderschön) und zu den Seven Sisters (auch sehr beeindruckend!). Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher nach Brighton machen, haben aber leider keinen freien Parkplatz gefunden. Also haben wir den Pier mit Vergnügungspark und die tolle Strandpromenade nur vom Auto aus gesehen. Die Nacht haben wir im nahegelegenen The Barn Caravan Park verbracht. Eigentlich hätten wir für den kommenden Tag noch eingeplant, Brighton zu besuchen. Da der Wetterbericht aber den ganzen Tag Regen vorher sagte, haben wir uns dazu entschieden, den Tag als Reisetag zu nutzen, um bis nach Cornwall zu fahren.

Das Restaurant beim Treveague Farm Camping - die Lage ist super!




Hemmick Beach - Cornwall wie in einem Rosamunde Pilcher Film!






Spätabens kamen wir im tiefsten Nebel am Treveague Farm Campingplatz in Gorran an. Aufgrund der Nähe zum Meer und des Meerblicks von der Parzelle aus, entschieden wir uns, gleich zwei Nächte hier zu bleiben. Die Sonne, die uns am nächsten Morgen aufweckte, sollten wir für den Rest des Urlaubs jeden Tag sehen! Nach einem typisch britischen Frühstück machten wir uns auf zum Strand (ca. 15 min Fußweg) und hatten sogleich unsere erste "Cornwall-Erfahrung". Am Hemmick Beach, der ein echter Geheimtipp ist, fanden wir türkises Meer, eine traumhafte nicht touristische Bucht mit einem idyllischen Cottage, eingebettet in sanfte, grüne Hügeln. Ein Traum - wir fanden uns quasi mitten in einem Rosamunde Pilcher Film wieder :-) Am Nachmittag probierten wir zum ersten Mal Cream Tea (Achtung: In Cornwall streicht man zuerst Marmelade auf die Scones und dann kommt die Clotted Cream drauf :-) Den Tag ließen wir gemütlich beim Planen des nächsten Zwischenstopps ausklingen.

The Lost Gardens of Heligan



Kyance Cove - ein Traumplatz





Abendspaziergang bei Kennack Sands

Am nächsten Morgen besuchten wir die 10km entfernten "Lost Gardens of Heligan". Hat uns super gefallen, auch für Kinder ist die Anlage ein Traum! Weiter ging's zur Kyance Cove - der angeblich schönsten Bucht in ganz Cornwall. Ja, und es war wirklich schön und sehr, sehr sehenswert. Das Café ist trotz der Wahnsinnslage überhaupt nicht überteuert, die Aussicht von den Deck Chairs atemberaubend! Wir haben uns spontan für den nahegelegenen Chy Carne Holidaypark als Übernachtungsort entschieden, von wo aus das Meer zu Fuß erreichbar war und wo wir das Glück hatten, wieder eine Parzelle mit Meerblick zu ergattern. Auch hier wenig Tourismus und der wunderschöne Strand Kennack Sands, wo man übrigens super surfen lernen kann (viel günstiger als in Newquay btw.).

Church Cove - ganz unverhofft im Paradies gelandet ♥





St. Michael's Mount - bei Ebbe zu Fuß erreichbar





Der Fußweg (links erkennbar) war nach dem Museumsbesuch überflutet. Zurück ans Festland ging's deshalb mit dem Taxiboot.

Sehr empfehlenswert: der Trevervan Touring& Caravan Camping Site



Tipp: Die Hausherrin kocht richtig gut! Man kann sich sein ausgewähltes Essen mit dem eigenen Geschirr abholen.




Tags drauf ging es zur nahe gelegenen Church Cove, wo wir einige Stunden verbrachten. Auch hier wieder: wenig Touristen, viel Aussicht und eine malerische Kirche direkt am Strand. Mit Brownies (die waren der Hammer und Kaffee haben wir's uns hier besonders gut gehen gelassen! Praa Sands haben wir im Vorbeifahren mitgenommen, ehe wir unser nächstes Ziel, den St. Michael's Mount erreicht haben. Auch hier eine große Empfehlung von mir! Wir sind bei Ebbe zu Fuß auf die kleine Insel mit ihrem beeindruckenden Schloss gekommen, haben uns das Museum angesehen und sind per Taxiboot (weil Flut) wieder ans Festland zurückgelangt. Ein wunderschönes Erlebnis! Am späten Nachmittag sind wir am Treverven Touring Caravan & Camping Site in St. Buryan angekommen. Ein toller, gut gelegener Campingplatz mit viel Freiflächen und einem wunderschönen Weg zum Meer! Auch das selbst gemachte Essen (10 Punkte für die Gemüselasagne) und die freundlichen Inhaber verdienen eine Empfehlung!

Der Schein trügt - Land's End ist ziemlich überlaufen. Kann man machen, muss man aber nicht unbedingt.

 



Sennen Beach - schön, aber man merkt, dass es hier schon etwas touristischer wird.

Am nächsten Tag wär eigentlich das Minack Theatre eingeplant gewesen. Da wir aber erst um die Mittagszeit ankamen, hatten wir leider keine Chance mehr auf einen Parkplatz. Ich war etwas wehmütig, da ich dieses Theater unbedingt sehen wollte - jetzt haben wir aber noch einen Grund mehr, nochmals nach Cornwall zu fahren ;-) Wir fuhren stattdessen gleich weiter nach Land's End (dem westlichsten Punkt Englands). Es war zwar ganz nett hier, aber sehr überlaufen. Nachdem wir noch einen kurzen Abstecher zum Sennen Beach gemacht haben, verbrachten wir die Nacht im Sennen Cove Camping (teuer, sehr akkurat und sauber).

Gekommen, um zu bleiben! Unser Stellplatz in St. Ives.


Spielplatz with a view.

Das Essen im Restaurant am Campingplatz war unglaublich gut! Und die Aussicht der Hammer!


Jeden Tag am Porthmeor Beach. Zu jeder Tageszeit ♥






Malerisch schön: St. Ives!






Direkt am Strand - die Tate!

Die Tate in St. Ives. Bis 15 zahlt man hier keinen Eintritt. Leona hat das voll und ganz ausgekostet.

Museum mit Aussicht. Und was für eine!

Hier hat jemand der Ehrgeiz gepackt.

Surfen bis in die Nacht!

Nach dem Frühstück fuhren wir über eine entzückende, malerische Landstraße nach St. Ives, dem einzigen Stopp, den wir ein paar Tage vorher gebucht hatten. Hier blieben wir die nächsten fünf Nächte und das war die beste Entscheidung! Nachdem wir die Tage zuvor quasi immer am Sprung waren, war es für alle Familienmitglieder mal gut, an einem Ort zur Ruhe zu kommen. Zu lesen, zu faulenzen, ohne Plan. Und der Ayr Holiday Park hatte alles zu bieten, was uns wichtig war: gutes Essen, die Nähe zum Strand und zur Stadt und eine Traumaussicht auf den Porthmeor Beach. Hier haben wir auch unsere ersten Wellenreit-Versuche unternommen. St. Ives wurde mit seinem Charme zu unserem absoluten Sehnsuchtsort. Denn hier gibt es einfach alles: Meer, Strände, tolle Restaurants und ganz viel Kunst. Und das alles zu Fuß erreichbar. Während Christian surfen war und Emmi im Sand buddelte, besuchten Leona und ich die Tate. Einfach herrlich. Besonders empfehlen kann ich euch das Porthmeor Beach Cafe. Wir haben uns quer durch die Karte geschlemmt und es war einfach alles so gut! Besonders gut gefrühstückt haben wir im Beachcomber Cafe. Es sieht zwar etwas unscheinbar aus, aber ein Besuch lohnt sich!



So schön: Die Bedruthan Steps!










Der letzte Abend in Cornwall.

Der Abschied von St. Ives fiel uns nach sechs Tagen wahrlich nicht leicht (alle Instagram-Follower haben es mitbekommen ;-)! Zum Abschluss der Cornwall-Reise wollten wir eigenlich noch eine Nacht in Newquay verbringen. Die Touristenmassen, die wir dort vorgefunden haben und der eher unspektakuläre Ortskern, haben uns aber davon abgehalten. Schlussendlich verbrachten wir nur die Mittagszeit am Fistral Beach, wo wir im Fistral Stable mit Blick aufs Meer richtig gut gegessen haben. Die Reise ging also am selben Tag noch weiter zu den Bedruthan Steps, wo wir mit dem Campingplatz, der direkt bei der Sehenswürdigkeit liegt, zwar einen spartanisch ausgestatteten Übernachtungsplatz ohne Strom vorfanden, jedoch konnte die Lage und die Aussicht nichts toppen! Die Bedruthan Steps waren zu unserer Überraschung das absolute Strand-Highlight! Detail am Rande: Diese beeindruckende Felsformation fand in keinem meiner Reiseführer große Beachtung - für uns war es jedenfalls sehr, sehr spektakulär und traumhaft schön! Ein wunderbarer Ort für unsere letzten Tag in Cornwall.

Das Dartmoor: man fühlt sich wie in einer anderen Welt!


Eine unendliche Weite

Unverhofft Stonehenge von der Straße aus gesehen und schnell die Kamera gezückt :-)

Am nächsten Morgen machten wir uns nach London auf. Wir wählten die Route durchs Dartmoor, welche besonders beeindruckend war. Ein Muss, wenn man in der Gegend ist! Landschaftlich etwas ganz Besonderes! Zufällig kamen wir auf dem Weg Richtung London auch noch direkt an Stonehenge vorbei. Wir konnten es gar nicht glauben, dass die berühmten Steine von der Straße aus derart gut zu sehen waren! Spätabends kamen wir in Watford am Campingplatz an (Aldenham Camping Park - NICHT empfehlenswert mit Wohnmobil), ehe wir uns am nächsten Morgen einen großen Traum erfüllten: die Besichtigung der Harry Potter Studios!

Die WB Studios Tour ist komplett durchdacht. Das fängt schon bei den Verkehrshütchen am Parkplatz an :-)











Da wir unsere Reiseroute vorher nicht genau festlegen wollten, haben wir uns auch im Vorfeld keine Tickets gekauft. Wie es aber möglich ist, Last Minute Tickets für die immer ausverkaufte Warner Brothers Studio Tour zu bekommen, verrate ich euch jetzt. Es wird empfohlen, die Eintrittskarten bereits sechs Monate vor Besuch zu buchen, da der Run auf die Karten immens ist. Durch Zufall (und vielmaliges Besuchen des Ticketshops) bin ich allerdings draufgekommen, dass offensichtlich jeden Tag (vor allem morgens) ein Kontingent an Restkarten freigegeben wird und auf der Website gebucht werden kann. Ich schätze mal, dass es sich um Karten großer Reiseveranstalter handelt, die die Möglichkeit haben, ungebuchte Ticktes retour zu geben. Aber Achtung: Bei dieser Buchungsmethode muss man seeeeeehr flexibel sein. Wir bekamen unsere Karten um 8.30 Uhr für die Tour, die um 9.30 startete. Glücklicherweise hatten wir durch den nahegelegenen Campingplatz nur 15 Minuten Anreise. Generell kann ich die Tour jedem Potterhead nur wärmstens empfehlen! Der Blick hinter die Kulissen ist einfach unfassbar beeindruckend! Super war auch, dass wir die erste Führung des Tages bekommen haben. Somit war es noch nicht allzu voll.

Brügge sehen...und sich verlieben :-) Eine echt tolle Stadt!





Nach ca. fünf Stunden in der Harry Potter-Welt machten wir uns auf nach Dover,  von wo wir auch gleich am selben Tag noch die Fähre nach Calais nahmen und dort auf einem Wohnmobilstellplatz (Calais Aire) nächtigten, ehe es an unserem 10. Hochzeitstag noch ins belgische Brügge ging. Hier haben wir einen wunderschönen Tag mit einer Stadtrundfahrt, flanieren und gutem Essen verbracht. Noch am selben Tag ging's für uns über Brüssel und Luxemburg nach Sarreguemines, wo wir am Stellplatz "Aire Camping Car" zum letzten Mal im Carado T339 übernachteten. Der darauffolgende Tag stand im Zeichen der Rückreise, die wir wieder über den Allgäu antraten, um schweren Herzens unser sehr lieb gewonnenes Reisegefährt zurückzubringen.


Für uns steht jedenfalls fest: Das ist genau unsere Art, Urlaub zu machen! Es wird also sicher nicht der letzte Trip im Wohnmobil gewesen sein. Und wir schmieden auch schon Pläne für kommendes Jahr - der hohe Norden reizt und ziemlich ♥



Lieben Gruß
Lisa


PS: Fahrt niemals mit einem Wohnmobil in den cornischen Ort namens Mousehole. NIEMALS. Der Name ist hier nämlich Programm...:-)

Der Beitrag entstand 
in Kooperation mit Carado